Das Siegerland Wikipedia

 

Lage

Das historische Siegerland umfasst den Altkreis Siegen des heutigen Kreises Siegen-Wittgenstein in Nordrhein-Westfalen. Der sogenannte Oberkreis des Landkreises Altenkirchen (Westerwald), der zu Rheinland-Pfalz gehört, ist wirtschaftlich eng mit dem Siegerland verbunden, auch kulturell fällt die Abgrenzung zwischen Siegerland und dem Westerwald schwer. Geografisch gehört der Altenkirchener Oberkreis zum Naturraum Siegerland.

Geologisch gehört das Siegerland zum rechtsrheinischen Teil des Rheinischen Schiefergebirges, dessen wichtigstes Zentrum die Großstadt Siegen ist. Sowohl Regions- als auch Stadtname gehen auf die Sieg zurück, einen Nebenfluss des Rheins, der im Rothaargebirge im Stadtgebiet von Netphen entspringt.

Das Siegerland ist, genau wie das Sauerland, sehr waldreich. Die Berge im Norden des Siegerlandes und im südlichen Burbach sind insgesamt höher als die der restlichen Region. Landschaftlich ist das Gebiet jedoch identisch. Meist kleine Bäche ziehen sich durch die Täler, umrandet von Wiesen und Feldern. Laubwälder sind meist als Hauberg anzutreffen, Nadelwälder haben eine wirtschaftliche Bedeutung in der Holzindustrie.

Die Siegerländer haben für viele Punkte ihrer Heimat ihre eigenen Bezeichnungen. Der Freie Grund zum Beispiel zieht sich von Burbach bis Neunkirchen, bzw. in die andere Richtung bis Wilden. Durch dieses Tal fließt die Heller. Das sogenannte Hellertal zieht sich allerdings flussauf- und -abwärts über den Freien Grund hinaus. Andere Gebiete sind z. B.:

Die angrenzenden Regionen sind der Westerwald im Süden, das Sauerland im Norden sowie das Wittgensteiner Land im Nordosten und das Wildenburger und das Bergische Land im Westen.

Talsperren

Die Obernautalsperre bei Netphen-Brauersdorf

Die Obernautalsperre ist die größere der beiden Talsperren des Wasserverbandes Siegen-Wittgenstein. Sie liegt östlich von Netphen und grenzt an den Netphener Stadtteil Brauersdorf. Die Talsperre wurde von 1967 bis 1972 gebaut und dient der Trinkwasserversorgung von Siegen und Umgebung sowie dem Hochwasserschutz. Sie hat ein Volumen von 14,8 Mio. m³. Die gestauten Bäche sind die Obernau und der Nauholzbach. Wenige Kilometer unterhalb der Talsperre mündet die Obernau in die Sieg. Die Orte Obernau und Nauholz sowie ein Teil des Dorfes Brauersdorf mussten dem Stausee weichen bzw. wurden durch das aufgestaute Wasser überflutet.

Die kleinere Talsperre ist die Breitenbachtalsperre bei Hilchenbach. Sie dient ebenfalls zur Trinkwasserversorgung und zum Hochwasserschutz. Sie wurde zwischen 1953 und 1956 gebaut und fasst 7,8 Mio. m³ Wasser.


Flüsse

Das Siegerland besteht in der Hauptsache aus dem Einzugsgebiet des Oberlaufes der Sieg, deren wichtigsten Nebenflüsse hier die Heller, die Ferndorf nebst Littfe, die Asdorf (im Siegerland Weibe genannt) und die Weiß sind.
Unweit der Siegquelle entspringen auch die gänzlich außerhalb verlaufenden Flüsse Eder (nördlich) und Lahn (südlich), noch weiter südlich deren Nebenfluss Dill, an deren Einzugsgebiet das Siegerland über den Haigerbach einen kleinen Anteil hat.


Klima

Das Siegerland ist geprägt von viel Niederschlag. Da Deutschland in der Westwindzone liegt und das Siegerland an der Luvseite des von der Kölner Bucht im Westen bis zum Rothaargebirge im Osten stetig ansteigenden Süderberglandes liegt, kommt es dort oft zu Steigungsregen mit erheblichen Niederschlagsmengen. Während im Talkessel der Sieg (im Lee des Biggehochlands), z. B. in Siegen im Jahr nur etwa 900 mm erwartet werden, steigen die Niederschläge im Ederhochland bis auf 1250 mm an. Die Sonnenscheindauer ist daher verhältnismäßig niedrig. Durch die Hügellandschaft treten bei windstillen, klaren Nächten Inversionswetterlagen und Kaltluftseen auf. Dort können empfindlich tiefe Temperaturen erreicht werden, wie z. B. in Netphen.


Städte und Gemeinden

Die Region um die Stadt Siegen zählt zu den Ballungsgebieten der Bundesrepublik Deutschland. Zum Verdichtungsraum des historischen Siegerland gehören die Städte Hilchenbach, Netphen, Kreuztal, Freudenberg, Siegen, sowie die Gemeinden Wilnsdorf, Burbach und Neunkirchen. In diesem Gebiet leben zusammengenommen ca. 240.000 Einwohner.


Universität Siegen

Uni Siegen

Die Universität Siegen besteht seit 1972 auf dem Haardter Berg. Die Anfänge hatte die Hochschule in der 1853 gegründeten Wiesenbauschule (ab 1962 Staatliche Ingenieurschule für Bauwesen) und der 1964 gegründeten Pädagogischen Hochschule Siegerland. Am 1. August 1971 wurden die Fachschulen Staatliche Ingenieurschule für Bauwesen, Staatliche Ingenieurschule für Maschinenwesen Siegen, Staatliche Höhere Wirtschaftsfachschule Siegen, Staatliche Ingenieurschule für Maschinenwesen Gummersbach und die Höhere Fachschule für Sozialpädagogik im Aufbau Siegen in der „Fachhochschule Siegen-Gummersbach“ zusammengefasst. Am 1. August 1972 wurde die Gesamthochschule Siegen gegründet, seit 2003 trägt sie den Namen „Universität Siegen“. Sie weist aktuell 18.702 Studenten auf[13] und hat rund 2.200 Mitarbeiter.


Eisen- und Stahlindustrie

Bergbau, Verhüttung und Eisenerzeugung legten bis Mitte der 1960er Jahre einen Grundstein in der heimischen Industrie. Nach dem Ende des Bergbaus 1965 war das Sterben der Hüttenwerke vorprogrammiert. Neue Arbeitsplätze mussten geschaffen werden. Durch das Know-how der Siegerländer im Bereich der Stahl- und Blechverarbeitung ist dieser Wirtschaftszweig gewachsen. Firmen wie Walzen Irle, SMS Siemag, die Schäfer Gruppe (Schäfer Werke, SSI Schäfer, EMW und SSI Schäfer Shop), Thyssenkrupp (Eichen / Ferndorf) und die Deutsche Edelstahlwerke Specialty Steel (Geisweid) sind dort tätig.


BrauereienKrombacher Brauerei

Ein weiterer Schwerpunkt liegt im Bereich Brauereien. Bekannte Marken wie Krombacher (aus Kreuztal-Krombach) oder Eichener (aus Kreuztal-Eichen), sowie Irle, Erzquell und Ilsen-Bräu (aus Kreuztal-Littfeld) kommen aus dem Siegerland.


Hauberg

Charakteristisch für diese Gegend sind zudem die Hauberge, in denen bis in die heutige Zeit Holz für den Hausbrand geschlagen wird. In früheren Zeiten wurde das Holz auch für die Herstellung von Holzkohle verwandt. Die Siegerländer hatten dafür bestimmte Techniken und Werkzeuge wie das Knipp (im Hausgebrauch wird hier ein kleines Messer auch „Knippchen“ genannt) und der Lohlöffel. Der Hauberg wird von der Haubergsgenossenschaft verwaltet und jedes Jahr neu zugeordnet. Ein Hauberg wird dabei in viele gleich große Stücke unterteilt. Jeder angemeldete Nutzer erhält dabei jedes Jahr ein anderes Stück Wald. Oft verwendet werden dafür Buchen, Birken oder Eichen. Der Nutzer eines Haubergs hat die Aufgaben, nur markierte Bäume zu fällen und den Wald von Gebüsch und Gestrüpp zu befreien. Holz und geschnittene Äste eines Baumes werden sauber aufgehäuft und gestapelt. Im Siegerland hat das wirtschaftliche „Nachpflanzen“ eines Waldes durch den Hauberg seinen Ursprung.


Kohlenmeiler

Heute wird das in den Haubergen gewonnene Holz größtenteils zum Heizen in Heizungen und Öfen oder Kaminen und zum Grillen verwendet. Früher wurde das Holz für die Verhüttung des Eisenerzes benötigt und zur Herstellung von Holzkohle. Dies geschah in Kohlenmeilern. Ein Kohlenmeiler wird vom Köhler aufgebaut. Zuerst wird ein senkrechter Schacht aus versetzt aufeinander liegenden Holzstücken errichtet. Darum werden ca. 1 Meter lange Holzscheite gestapelt. Darüber kommt eine Schicht trockenes Heu oder Stroh. Zum Schluss wird darüber Erde aufgeschichtet und verdichtet. Der Köhler entzündet den Meiler über den Schacht. Seine Aufgabe ist nun, die folgenden Tage oder Wochen den Meiler zu „bewachen“. Er darf weder abbrennen noch erlöschen. Nach der vollständigen „Gärung“ ist aus Holz Holzkohle geworden. Diesen Vorgang kann man heute noch in Walpersdorf bei Netphen beobachten.


Landwirtschaft


Schon früh kamen die „Duffeln“ (Kartoffeln) ins Siegerland. 1715 wurden die ersten größeren Ernten eingeholt. Allgemein war die Landwirtschaft für die Siegerländer ein wichtiger Baustein im Leben. Auf Wiesen stand das Vieh, Getreide wurde für Brot gebraucht und Kartoffeln für die „Riewekooche“. Das Vieh gab Milch und Fleisch, Pferde waren Transportmittel und Arbeitstiere auf den Äckern, in Gruben und im Hauberg.


Feste und Veranstaltungen

 

Der Johannimarkt ist ein Jahrmarkt in Siegen. Er findet alljährlich seit dem 17. Jahrhundert in Siegen statt. Veranstaltet wird der Markt alljährlich im Juni. Seit dem Bau der Siegerlandhalle wird es auf deren Außengelände abgehalten.

Bei Siegtal Pur wird jedes Jahr ein über 120 km langes Stück des Siegtals von der Quelle der Sieg in Netphen-Walpersdorf bis Siegburg am Autofreien Tag gesperrt. 2006 lockte die Veranstaltung über 100.000 Besucher zum Laufen und Radfahren an.

Seit 1991 findet an Pfingsten jeden Jahres auf dem Giller KulturPur statt. Das Musik- und Theaterfestival lockt tausende Besucher auf den Berg bei Hilchenbach.

Seit 1990 findet Juni und Juli das Siegener Sommerfestival statt. Schauspiel, Kabarett, Theater, Musik und Kino mit heimischen und bekannten Künstlern stehen im Programm. Im Jahr 2006 fand statt des traditionellen Sommerfestivals das Siegener WM-Festival statt. Das Siegener Open-Air-Kino gibt es regelmäßig im Sommer jeden Jahres. Bekannte und unbekannte Filme werden im Freien auf großer Leinwand gezeigt. Ein Höhepunkt dabei ist die Veranstaltung „Siegen ist filmreif“. Gezeigt wird dann ein Film oder Kurzfilm eines „Einheimischen“.

Am Tag des offenen Denkmals werden zahlreiche Baudenkmäler und historische Gebäude im Gebiet für Besucher geöffnet, um ihnen altes Wohnen, Handwerk und einen Teil Geschichte zu zeigen.

In den zahlreichen Dörfern des Siegerlandes haben sich bis heute viele alte Brauchtümer erhalten vom Pingstelömmel-Treiben (Verwandt den Pfingstlümmel- oder Laubmann-Bräuchen), den Maikindern und Maibaum, den Sternsingern und den in einigen Ortschaften üblichen

 
Möchten sie mehr erfahren :

Wikipedia : https://de.wikipedia.org/wiki/Siegerland

Siegerland : https://www.siegen-wittgenstein.info/de/